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Methodik & Datengrundlage

Unser ET-Rechner nutzt die Naegele-Regel als Grundlage und korrigiert bei Bedarf nach individueller Zykluslänge. Die Ratgeber-Inhalte stützen sich auf AWMF-Leitlinien, Veröffentlichungen der DGGG und die Geburtenstatistik des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung.

Wie der Geburtstermin berechnet wird

Der voraussichtliche Geburtstermin (ET, in der Klinik oft auch „errechneter Termin“) ist eine statistische Schätzung, kein Stichtag. Die gängige Berechnung folgt der Naegele-Regel, benannt nach dem Heidelberger Gynäkologen Franz Karl Naegele (1778–1851):

ET = Erster Tag der letzten Periode (LMP) + 280 Tage

Die Annahme dahinter: durchschnittliche Zykluslänge von 28 Tagen, Eisprung in der Zyklusmitte um Tag 14, Befruchtung kurz danach. Bei abweichender Zykluslänge korrigieren wir nach der erweiterten Naegele-Regel:

ET = LMP + 280 Tage + (Zykluslänge − 28)

Wer einen 32-Tage-Zyklus hat, kommt entsprechend rund 4 Tage später dran als die reine Naegele-Rechnung suggeriert. Wer einen 25-Tage-Zyklus hat, entsprechend früher. Diese Anpassung ist in allen modernen ET-Tools üblich und wird auch im Mutterpass von deutschen Frauenärztinnen und Frauenärzten so dokumentiert.

Was die Berechnung NICHT kann

Eine reine Datumsrechnung kennt weder die tatsächliche Eisprung-Zeit noch den Befruchtungs-Zeitpunkt. Studien des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung und Auswertungen großer Geburtskliniken zeigen:

  • Nur etwa 4 % aller Babys kommen tatsächlich am errechneten Termin zur Welt.
  • Etwa 80 % kommen im Zeitfenster ET ± 10 Tage.
  • Genauer wird die Prognose ab dem ersten Trimester per Ultraschall (Scheitel-Steiß-Länge, CRL). Diese Methode hat eine Genauigkeit von etwa ± 5 Tagen.

Bei größerer Abweichung zwischen rechnerischem ET und Ultraschall-ET (mehr als 7 Tage im ersten Trimester) wird in der Regel der Ultraschall-Termin als neuer ET im Mutterpass eingetragen.

Leitlinien und Quellen für die Ratgeber-Inhalte

Unsere Inhalte zu Schwangerschaftsverlauf, Frühgeburt, Übertragung und Vorsorgeuntersuchungen stützen sich auf öffentlich zugängliche Leitlinien und Fachliteratur:

Thema Quelle Aktualisierung
Schwangerschaftsvorsorge G-BA Mutterschafts-Richtlinien (§ 92 SGB V), Beschluss vom 28.09.2023 laufend
Hausärztliche Schwangerenvorsorge AWMF S3-Leitlinie 180-001 (DEGAM) 5-Jahres-Review
Frühgeburt & Wehenhemmung AWMF S2k-Leitlinie 015-025 (Prävention & Therapie der drohenden Frühgeburt) 5-Jahres-Review
Geburtseinleitung & Übertragung AWMF S2k-Leitlinie 015-088 (Geburtseinleitung), V1.1 Dez. 2020 gültig bis 01.12.2025
Viabilität / Frühgeborene an Grenze AWMF S2k-Leitlinie 024-019 (Juni 2020, GNPI/DGGG): Graubereich 22+0 - 24+6 SSW 5-Jahres-Review
Ultraschall in der Frühschwangerschaft DEGUM-Stufe-I-Empfehlung, ISUOG Practice Guidelines bei Updates
Geburtenstatistik DE Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB), Destatis jährlich
Mutterschutz & Elterngeld Mutterschutzgesetz (MuSchG), Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) bei Gesetzesänderungen

Wie wir die Inhalte aktuell halten

Medizinische Leitlinien werden in Deutschland nach AWMF-Verfahren in 5-Jahres-Zyklen aktualisiert. Wir haben einen eigenen Review-Rhythmus:

  • Jährlich (Januar): Abgleich aller Ratgeber gegen die aktuelle AWMF-Leitlinien-Datenbank und gegen die neue Geburtenstatistik des BiB.
  • Halbjährlich (April & Oktober): Prüfung gesetzlicher Themen (Mutterschutz, Elterngeld, Kindergeld) gegen Bundesanzeiger und BMFSFJ-Veröffentlichungen.
  • Ad-hoc: Bei Leitlinien-Updates oder Gesetzesänderungen aktualisieren wir betroffene Artikel innerhalb von sieben Werktagen.

Technische Grundlage des Tools

Der ET-Rechner auf geburtstermin-ausrechnen.de ist eine reine Client-seitige Berechnung in JavaScript. Daten verlassen den Browser nicht.

  • Naegele-Regel mit Zykluskorrektur als Berechnungs-Grundlage.
  • Alternative Eingaben: Berechnung wahlweise nach letzter Periode, Eisprung/Zeugungstag oder Ultraschall-SSL-Wert (Scheitel-Steiß-Länge).
  • Schwangerschaftswochen-Anzeige in der p+d-Notation (SSW komplett + Tage), wie sie im Mutterpass üblich ist.
  • DSGVO-konform: keine Server-Übertragung, keine Cookies für die Berechnung, kein Tracking ohne Consent.

Korrektur-Policy

Solltest du einen inhaltlichen Fehler entdecken, eine veraltete Leitlinien-Referenz oder einen Rechenfehler, bitten wir um eine kurze Nachricht an info@akara-solutions.de. So gehen wir vor:

  1. Prüfung gegen die Primärquelle (AWMF, DGGG, BiB, BMFSFJ).
  2. Bei bestätigtem Fehler: Korrektur der betroffenen Stelle plus Eintrag auf unserer öffentlichen Korrektur-Seite.
  3. Antwort an die Einsenderin oder den Einsender innerhalb von sieben Werktagen.
  4. Aktualisierung des „Zuletzt geprüft“-Datums.

Grenzen unserer Inhalte

Unsere Inhalte sind keine medizinische Beratung. Sie ersetzen ausdrücklich nicht die Untersuchung und das Gespräch mit Frauenärztin, Frauenarzt oder Hebamme. Bei medizinischen Sorgen während der Schwangerschaft (vorzeitige Wehen, Blutungen, deutlich abweichendes Wachstum, ungewöhnliche Beschwerden) ist immer die persönliche Untersuchung der richtige Weg.

Insbesondere die SSW-Übersichten beschreiben typische Entwicklungs- und Symptom-Verläufe statistisch. Jede Schwangerschaft verläuft individuell. Die in den Ratgebern genannten Zahlen sind Durchschnittswerte, keine Erwartungswerte für den Einzelfall.

Redaktionelle Verantwortung

Inhaltlich verantwortlich gemäß § 18 Abs. 2 MStV ist Eike-Christian Ramcke (AKARA Solutions GmbH, Feldstraße 97, 25421 Pinneberg). Redaktion und Pflege der Inhalte liegen bei Mateusz Viola und Jan-Tristan Rudat.

Zuletzt geprüft:

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